Brich auf mein Herz´

Eine interreligiöse Betrachtung des Aufbrechens, des Unterwegsseins und des Ankommens in zwei Stationen Von Bischof Radolt von Verona 826 gegründet, ist die „Zelle Radolf“ auch im heutigen „Münster Unserer Lieben Frau“ noch eine Wohnung des Gebetes. Sie bezeugt den Mut, einem inneren Impuls zum Weiterziehen zu folgen und dem Vertrauen darauf, dass, wo wir auch sind, die Beziehung zum Göttlichen, zur inneren Essenz, bestehen bleibt. Insofern ist es auch eine Ermutigung zum Scheitern, dem Herz und dem Geist folgen. Und es ist immer auch ein Schritt ins Ungewisse, ein Schritt in die Fremde – die erst zur Heimat werden soll.

» 1. Station: „Aufbrechen“ 17.07.26, 18.30 Uhr

Eine interreligiöse Gebetsfeier mit Vertretern aus verschiedenen Religionen im Münster, anschließender interreligiöser Austausch im Friedrich-Werber-Haus – mit musikalischen Einlagen.

» 2. Station: „Unterwegssein & Ankommen“ 24.07.26, 18 Uhr

Ein interreligiöser Austausch in der Evangelischen Kirche/ Gemeindehaus – mit musikalischen Einlagen.

Von der Klosterheilkunde zur modernen Pharmazie

Von der Klosterheilkunde zur modernen Pharmazie

Michael Dohm ist in dritter Generation Apotheker und führt die seit 1964 bestehende Scheffel-Apotheke in Radolfzell. Der pharmazie-historisch interessierte Apotheker berichtet in seinem Vortrag in der alten Stadtapotheke von der Entwicklung der Arzneimittel in der Klosterheilkunde bis zur modernen Pharmazie. Die Klosterinsel Reichenau beherbergt mit dem bekannten Heilkräutergarten nach Vorbild des „Hortulus“ von Abt Walahfried Strabo aus dem 9. Jahrhundert einen Schatz weit über die Inselgrenzen hinaus. Die Klöster galten im Mittelalter und bis in die Neuzeit als Zentren der Heilkunde. Mönche sammelten Heilpflanzen, stellten Arzneien her und hielten ihr Wissen in Kräuterbüchern fest. Mit dem Aufkommen der Universitäten wurde der Wissensschatz zunehmend fundierter. Wie war die Entwicklung hier am Ort? Eine erste urkundliche Erwähnung eines Apothekers in Radolfzell erfolgte 1610/11 während der Pestepidemie. 1689 eröffnete Franz Zangerer seine Apotheke am Seetorplatz. Ein Privilegium der Wiener Regierung versicherte ihm, dass im neu erbauten Fachwerkhaus bis in alle Zeit die einzige Apotheke Radolfzells geführt werde. Nach seinem Tod wechselte die Apotheke in die Hände der Familie Bosch, die fast 170 Jahre das Privileg ausübte. 1908 wurde die Apotheke von Albert Ehrhardt übernommen. Sein Sohn Wilhelm gründete 1964 die Scheffel-Apotheke und war der letzte Apotheker in diesem altehrwürdigen Patrizierhaus, das heute das Stadtmuseum beherbergt.

Kulturnacht

Einmal im Jahr verwandelt sich Radolfzell in einen lebendigen Schauplatz für Kunst, Kultur und Kreativität: Bei der Kulturnacht präsentieren sich Künstlerinnen und Künstler aus der freien Szene mit einem abwechslungsreichen Programm in der gesamten Stadt und den Ortsteilen.

Ob bildende Kunst, Fotografie, Skulpturen, Musik, Tanz, Literatur, Theater oder Film – die Kulturnacht bringt unterschiedlichste Ausdrucksformen zusammen und macht sie für alle erlebbar. Von großen Veranstaltungsorten über kleine Ateliers bis hin zu Einzelhandelsgeschäften wird Radolfzell zum offenen Kulturraum, der zum Entdecken und Verweilen einlädt.

Lesung historischer Bodensee-Roman „Flüsterzeit“ – Petra Palumbo

»Flüsterzeit – zwischen Herkunft und Sehnsucht« erzählt die bewegende Geschichte der Familie Manogg über mehrere Generationen hinweg. Verwurzelt in der malerischen Landschaft zwischen Bodensee, Hegau und Schwäbischer Alb, ringen die Nachkommen mit den Schatten der Vergangenheit und den Herausforderungen einer ungewissen Zukunft. Von den Wirren des Deutschen Kaiserreichs bis zum Zusammenbruch der Weimarer Republik verweben sich persönliche Schicksale mit den großen Umbrüchen der Zeit. Zwischen süddeutscher Provinz und pulsierenden Metropolen entfaltet sich das Leben einer Familie, die aufbricht, ohne ihre Herkunft zu verleugnen. Ein fesselnder Roman über Heimat, Aufbruch, Verlust und Neuanfang und ein beeindruckendes Zeitzeugnis.

»Flüsterzeit – zwischen Herkunft und Sehnsucht« ist der erste historische Roman von Petra Palumbo, die bislang als Krimiautorin unter dem Namen Luzi van Gisteren bekannt ist. Petra Palumbo wurde 1973 in Singen am Hohentwiel geboren und studierte Betriebswirtschaftslehre, bevor sie mehr als zwanzig Jahre für einen internationalen Konzern in München tätig war. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Radolfzell am Bodensee, wo ihre väterlichen Wurzeln liegen. Schon seit frühester Kindheit ist das Schreiben ihre Leidenschaft: Ihr erstes Buch verfasste die Autorin im Alter von 13 Jahren. Seit vielen Jahren unterrichtet sie Kreatives Schreiben für Jugendliche und Erwachsene, unter anderem an der Volkshochschule und im Rahmen literarischer Bildungsprojekte. Beruflich ist sie im Marketing tätig.

Der Eintritt ist frei. 

Bitte anmelden:
museum@radolfzell.de
oder Tel. 07732/81-530 (Do–So, 11–17 Uhr)

Radolfzell in Bewegung

„Radolfzell in Bewegung“ verwandelt den Marktplatz in eine lebendige Sportarena, in der unter freiem Himmel verschiedene Stationen aufgebaut werden. Jede Station hält eine andere sportliche Herausforderung bereit und wird von lokalen Vereinen betreut, die sich so einem breiten Publikum vorstellen können. Die Vereine übernehmen vor Ort auch die Bewirtung. Der Marktplatz wird zum Ort der Begegnung, an dem Besucherinnen und Besucher verweilen, zuschauen und vor allem selbst aktiv werden dürfen – sei es im freundschaftlichen Wettstreit oder beim Ausprobieren neuer Disziplinen. Die Anforderungen sind bewusst so konzipiert, dass alle Altersgruppen und Menschen mit Einschränkungen gleichermaßen teilnehmen und gemeinsam Spaß an Bewegung und Gemeinschaft erleben können.

DämmerShoppen – die Radolfzeller Innenstadt wird zum Laufsteg!

Die Stadt feiert großes Jubiläum – und die Aktionsgemeinschaft ebenfalls! Um dies gebührend zu feiern, hat der Verein ein außergewöhnliches und von der Stadt gefördertes Bürgerprojekt auf die Beine gestellt. Am Freitag, 08.05.2026, verwandelt sich die Innenstadt beim „DämmerShoppen“ ab 18.00 Uhr in einen großen Laufsteg für den Einzelhandel.

Bis in die späten Abendstunden laden die Geschäfte zum entspannten Bummeln und zu einer Vielzahl an Aktionen und Angeboten ein. So bieten einige Einzelhändler attraktive Rabattaktionen an. Beim Friseursalon Glückssträhne können beispielsweise Glitzersträhnen eingearbeitet werden, Mode Sonja lädt Kundinnen und Kunden zu einem Fotoshooting ein, Peppe Gelato veranstaltet ein Eisbecher-Bingo und die Tourist-Information bietet unter anderem eine Verkostung des Radolfzeller Jubiläumsschnapses an. Der Marktplatz wird zum lebendigen Treffpunkt: Dort präsentieren sich Radolfzeller Handwerker und Industriebetriebe und geben spannende Einblicke in ihr Können und ihre Arbeit.

Und natürlich ist auch die Gastronomie mit kulinarischen Leckerbissen mit von der Partie. Ein besonderes Highlight: Jeder teilnehmende Gastronomiebetrieb hat einen eigenen Jubiläumsdrink kreiert, den die Gäste kosten können. Anschließend dürfen sie unter allen ihren Favoriten wählen. Wer hier wohl die Nase vorn haben wird?

Darüber hinaus lassen Lichtinstallationen die gesamte Innenstadt in ganz besonderem Glanz erstrahlen und machen den Einkaufsbummel zu einem echten Erlebnis für alle Sinne.

Das stimmungsvolle Rahmenprogramm wird durch Walking Acts ergänzt, die mitten im Geschehen auftreten. Diese mobilen Darbietungen sowie eindrucksvolle Leuchtjonglagen um 21.00 Uhr am Forsteibrunnen und um 21.45 Uhr in der Schützenstraße sorgen für unvergessliche Erlebnisse. Mit dabei sind unter anderem die Leuchtfee „Sabrinas Traumland“ sowie der Circus Casanietto vom Turnverein Engen.

Um die Vorfreude auf den „DämmerShoppen“ zu wecken, lädt bereits im Vorfeld zu der Veranstaltung ein unterhaltsames Quiz rund um den Radolfzeller Einzelhandel dazu ein, die Innenstadt auf spielerische Weise zu entdecken.

Mögginger Schlossfestspiele

Am letzten Juniwochenende ist der Schlosshof des Mögginger Wasserschlosses Schauplatz für die Schlossfestspiele und greift damit die legendären Freiluftaufführungen der Nachkriegszeit auf, deren glanzvoller Höhepunkt zur 1.200-Jahrfeier die Inszenierung des Jahres 1960 bildet. Bereits bei der „Indischen Prinzessin“ zur Mögginger 1.250-Jahrfeier 2010 und dem „Lebendschachspektakel“ 2017 auf dem Mögginger Dorfplatz lebte diese Tradition wieder auf. Das diesjährige Theaterstück beleuchtet unter anderem die Einquartierung französischer Offiziere im Schloss, die Verstrickung einzelner Mögginger in die nationalsozialistische Bewegung, zwischenmenschliche Konflikte während der Besatzungszeit und das Fortbestehen von rechtsradikalem Gedankengut bis in die Gegenwart. Der Titel des diesjährigen Stücks „Albinle das Schlossgespenst“ deutet aber an, dass es nicht nur um ernste Dinge gehen wird. Neben der Theateraufführung wird es jeweils im Anschluss eine musikalische Unterhaltung geben: am 26. Juni die „Alläfänzigä“ aus Immendingen, am 27. Juni die Band „Sound Kitchen“. Ergänzt wird das Programm durch einen Kindernachmittag am Samstag, Bewirtung an Getränke- und Essständen („Möggingen kocht“) und jeweils einer Schlossbeleuchtung zum Ausklang.

Schlagwerk trifft Akkordeon

Zum Jubiläumsjahr gibt es ein besonderes musikalisches Highlight: 

Das Akkordeon-Orchester Radolfzell und das Schlagzeugensemble der Musikschule Radolfzell vereinen ihre Kräfte und präsentieren am 17. und 18. Oktober im Kleinen Saal des Milchwerks ein neu komponiertes Werk.

Im Mittelpunkt stehen die Themenschwerpunkte Geschichte, Kultur und Entfaltung:

» Zwei erfolgreiche Klangkörper aus der Radolfzeller Musikwelt treten gemeinsam auf.

» Musikerinnen, Musiker und Publikum erleben Musik über den eigenen Tellerrand hinaus.

» Kreativität, Begegnung und kultureller Austausch entfalten sich in einem einzigartigen Konzert.

Ein Konzert voller Klangvielfalt, Rhythmus und kultureller Brücken!

Radolfzell im Detail-Schnitzeljagd mit dem Handy

Die Smartphone-Fototour lädt Hobbyfotografinnen und -fotografen dazu ein, Radolfzell bis ins kleinste Detail zu erkunden. Jede teilnehmende Person erhält ein Album mit einer Liste von Detailmotiven, die während der 2,5-stündigen Runde in der Stadt gesucht und jeweils mit einem Selfie dokumentiert werden. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen beschränkt, um eine persönliche Atmosphäre und gute Betreuung zu gewährleisten. Zum Abschluss erhält jede Person ein Memory- Spiel „Radolfzell von 0 auf 100“ sowie zwei Kugeln Eis als erfrischendes Andenken.

Vortrag von Prof. Dr. Derschka

Vor rund 1.200 Jahren ließ Bischof Radolt von Verona auf Reichenauer Grund eine Kirche errichten, die mit einiger Berechtigung als Ausgangspunkt der Radolfzeller Stadtgeschichte gilt. Das wirft Fragen auf: Was bewegt einen Bischof aus Oberitalien, sich außerhalb seines Bistums in dieser Weise zu betätigen? Zudem gibt es keine Gründungsurkunde, die diesen Vorgang verbürgen könnte. Wir lesen darüber in einem literarischen Text von ungewisser Glaubwürdigkeit. Gibt es gleichwohl Indizien, die es erlauben, die Gründung sachlich und zeitlich zu umreißen? Der Vortrag zeigt auf, was sich über Radolt und sein Wirken am Bodensee seriös berichten lässt.